Kontakt

Matthias Graf
Tel. +49 7262 65404
Fax +49 7262 65116
matthias.graf@dieffenbacher.de
www.dieffenbacher.de

Branche

Maschinenbau

Anzahl Mitarbeiter

1775

Umsatz 2015

490 Mio. EUR

Qualifikation für MoPaHyb

Dieffenbacher ist seit Jahrzehnten Marktführer im Bereich der Pressverfahren zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen. Mit einem starken Entwicklungsteam mit qualifizierten Ingenieuren und einem hohen Entwicklungsbudget werden Neu- und Weiterentwicklungen an den einzelnen
Maschineneinheiten und Produktionssystem durchgeführt, sowie mit Entwicklungspartnern die Prozesse für die Herstellungsverfahren entwickelt. Die Maschineneinheiten umfassen hydraulische Pressen, Compoundiersysteme, Automationssysteme und Komponenten für die Materialaufbereitung. Die hydraulische und elektrische Steuerung für die verschiedenen Anlagen entwickelt Dieffenbacher im eigenen Haus. In der Softwareentwicklung arbeiten in dem Unternehmen hochqualifizierte Programmierer in den Bereichen Regelungstechnik, Visualisierung, Ablaufsteuerung, Liniensteuerung und Prozessdatenhandling.

Motivation

Dieffenbacher sieht die Notwendigkeit, die Steuerung für zukünftige Produktionsanlagen flexibler zu gestalten. Die Prozesse sind komplexer und vielschichtiger geworden und die Lebensdauerzyklen kürzer. Die Umstellung einer bestehenden Produktionsanlage auf eine neue Prozessroute dauert heute sehr lange und verursacht hohe Kosten durch den einhergehenden Produktionsausfall und Umstellungsaufwand. Die Industrie erwartet für die zukünftigen modularen Anlagen, dass sie flexibel rekonfiguriert werden können. Ferner wird die hohe Komplexität der Prozesse bei gleichzeitig sinkendem Wiederholcharakter zu einer Herausforderung.

Ziel

Mit dem Projekt möchte Dieffenbacher das Ziel erreichen mit wenig Aufwand individuell gestaltete Anlagenkonfigurationen einfach steuerungstechnisch umsetzen zu können. Zudem sollen die Anlagen auch im Betrieb beim Kunden flexible, unterschiedliche Prozessrouten mit minimalem Umstellungsaufwand realisieren können. Steuerungslösungen die mit standardisierten Schnittstellen, aus einzelnen objektgesteuerten Steuerungsmodulen aufgebaut sind und sich einfach konfigurieren lassen sind in Zukunft wichtig. Hierdurch können eigene Modulbausteine und extern beigestellte Bausteine mit erheblich geringerem Aufwand eingebunden werden. Für das Relay Tapelegesystem möchte Dieffenbacher im Projekt eine Lösung erarbeiten, wie über eine virtuellen Schnittstelle Produktgestaltungsprozesse geschaffen werden können, mit denen Produktinformationen wie Materialaufbau, Faserorientierung, Schichtdicken und Geometrie übergeben werden. Ferner sollen Konzepte für die automatische Umsetzung dieser Produkt- und Prozessdaten in ein Maschinenprogramm umgesetzt werden. Hiermit ist es auch möglich, bei extrem kleinen Losgrößen – bis zur Losgröße 1 – dennoch wirtschaftlich zu produzieren.

Arbeitsschwerpunkte

Federführung in den Arbeitspaketen

  • AP 2 Entwicklung der Modulbaukastenarchitektur
  • AP 2.1 Definition der Produktionstechnischen Anforderungen
  • AP 2.2 Entwicklung der Architektur des Modulbaukastens
  • AP 3.2 Mechanische Schnittstellen
  • AP 4.1 Tapelegen
  • AP 7 Entwicklung von Geschäftsmodellen

Bisherige Arbeiten

Dieffenbacher hat in den vergangenen Jahren im Geschäftsbereich Composites konsequent einzelne Produktionsmodule entwickelt und auf den Markt gebracht. Hierzu gehört beispielsweise die Inline-Compoundierung von LFT und SMC, mit der die Produzenten in die Lage versetzt werden, anstelle von teuren und teils nur begrenzt lagerfähigen Halbzeugen, mit der Inline-Compoundierung aus Standard Rohstoffen eine große Palette an FVK- Formulierungen herzustellen. In Zusammenarbeit mit Anwendern, Materialherstellern und Forschungsinstituten hat Dieffenbacher die Fertigungsprozesse zur Herstellung von FVK Bauteilen in hoher Qualität im Fließdruckprozess unter dem Einsatz von Pressen in mehreren Projekten entwickelt. Der Fokus lag hier immer auf der Gestaltung eines weitestgehend voll automatisierten Prozesses, der sich für die wirtschaftliche und ressourcenschonende Herstellung in der Großserie eignet. Hierbei ist es Dieffenbacher gelungen, sich als Systemintegrator zu etablieren und seinen Kunden schlüsselfertige Anlagen zu liefern. Hierbei wurde auch die Liniensteuerung der Gesamtanlage mit den vielfältigen Aufgaben - wie Verwaltung der Werkzeugdatensätze, Erfassen und Archivieren der Prozess- und Produktdaten zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit und die Anbindung der Anlage an eine übergeordnete Leitstellen bzw. ERP-System – erstellt und fortlaufend verbessert.

Als neue Technologie wurde das Tapelegen aufgenommen. Es bietet als generatives Produktionsverfahren ein hohes Potential für endlosfaserverstärkte thermoplastische Strukturen, in die Produktion von morgen Einzug zu halten. Auf diesem Themengebiet hat Dieffenbacher zusammen mit dem Fraunhofer ICT einige Arbeiten im Bereich der Vorkonsolidierung und des Thermoformens von Tapestrukturen sowie von Co-Molding mit LFT durchgeführt. Die Relay Tapelegeanlage wird aktuell für die Anwendung in der Großserie weiterentwickelt und vollständig automatisiert, um den Ansprüchen der Automobilindustrie gerecht zu werden.

BMBF-SMiLE: Systemintegrativer Multi-Material-Leichtbau für die Elektromobilität

Im BMBF-Projekt „Systemintegrativer Multi-Material-Leichtbau für die Elektromobilität“ arbeitet Dieffenbacher an Konzepten für die Automatisierung des Prozesses nach dem Tape-Legeprozess und der Weiterentwicklung der Vorkonsolidierung. Des Weiteren wird Dieffenbacher die im Projekt ausgewählte Prozessroute zu einem großserientauglichen Produktionskonzept ausarbeiten und den Fertigungsablauf simulieren. Das Ziel ist es hierbei, im virtuellen Raum eine digitale Fabrik aufzubauen. Die Ergebnisse aus dem Projekt SMILE können als Grundlage für die Definition geeigneter Prozessrouten zur Weiterverarbeitung der endlosfaserverstärkten Thermoplaststrukturen im Projekt MoPaHyb verwendet werden. Überschneidungen in den Förderthemen sind nicht vorhanden.

HyPro - Technologie-Entwicklung entlang der RTM-Wertschöpfungskette zur wirtschaftlichen Herstellung hybrider Bauteile

Das Projekt zielt darauf ab, entlang der RTM-Wertschöpfungskette einzelne Teilschritte hinsichtlich der Fertigung hybrider Bauteile zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Dieffenbacher übernimmt im Arbeitspaket 5 die Entwicklung eines neuen Dichtungskonzeptes für das RTM-Werkzeug. Dieses soll es ermöglichen, die Stillstandzeiten für Reinigung und Dichtungswechsel am RTM-Werkzeug zu reduzieren oder sogar ganz zu eliminieren. Zum Projekt MoPaHyb gibt es keine fachlichen Überschneidungen.


mo·PA·hyp NEWS

Kick-Off MoPaHyb

Zum Projektstart treffen sich die zwölf Partner aus Unternehmen und Instituten in Eppingen, dem Stammsitz des Konsortialführers Dieffenbacher. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung einer modularen, konfigurierbaren Produktionsanlage zur Herstellung von Hybridbauteilen. Eine Referenzanlage soll bis 2018 entstehen.